So nah verwandt und doch so fremd

Menschenaffen und Menschen haben gemeinsame Vorfahren und haben sich im Laufe der vielen Millionen Jahre parallel entwickelt. Die heute lebenden Bonobos oder Gorillas sind also keine "Vorstufe" zum Menschen.
Das Erbgut von Bonobos und Schimpansen stimmt zu 98,4 % mit dem menschlischen Erbgut überein.
Eines haben die Menschenaffen immer gemeinsam:
Sie besitzen keinen Schwanz, und ihre Arme sind länger als die Beine.
Der Orang-Utan, der größte heute noch baumlebende Säuger, bewegt sich langsam und vorwiegend hangelnd, in den Bäumen Asiens.
Seine afrikanischen Verwandten, die Gorillas, Schimpansen und Bonobos, hingegen laufen gewöhnlich vierfüßig auf dem Boden. Dazu bedienen sie sich des 'Knöchelgangs', wobei die Handknöchel den Bodenkontakt herstellen.
Die Großen Menschenaffen weisen komplexe Sozialstrukturen auf.
Bei den Orang-Utans ist diese am wenigsten ausgeprägt: Sie leben in 'verstreuten' Gemeinschaften, mit überlappenden Streifgebieten und gelegentlichen Kontakten.
Die übrigen Menschenaffen leben dagegen in gut definierten sozialen Gruppen, wobei nur Schimpansen und Kleine Menschenaffen ein klares territoriales Verhalten aufweisen.
Die Benutzung von Werkzeugen ist besonders bei Schimpansen ausgeprägt.
Sie verwenden Steine, Stöcke oder Knochen, um beispielsweise Nüsse zu knacken, Termiten zu angeln, Knochenmark auszukratzen oder Leoparden zu vertreiben.

Warum Menschenaffen vom Aussterben bedroht sind,
Die Verwandten, wir Menschen sind Ihr Feind
Wir sind dafür verantwortlich, dass diese Tiere kurz vor dem Aussterben stehen.
Zerstörung ihres Lebensraumes, des Regenwaldes in Asien und Afrika.
Entweder wird das Holz der Bäume von großen Unternehmen meistens zu Papier verarbeitet. Oder es wird in den Wäldern "Brandrodungen" durchgeführt um große freie Flächen zu schaffen. Auf den freien Flächen wird dann Landwirtschaft betrieben oder es werden Ölpalmenplantagen angelegt. Das aus Ölpalmen gewonnene Palmöl wird beispielsweise zu Margarine oder Kosmetik verarbeitet.
Viele Menschenaffen werden von Wilderern getötet, die ihr Fleisch verkaufen. Solches Fleisch von Wildtieren nennt man "bushmeat".
Manchmal fangen Wilderer sogar Menschenaffen-Kinder und verkaufen sie als Haustiere.
Weil die Affenmütter ihre Kinder aber nicht so einfach hergeben wollen, bringen die Wilderer die Mütter und oft ganze Menschenaffen-Familien um.
Das ist furchtbar für die Familie - und für die ganze Art.
Denn Menschenaffen-Weibchen bekommen nur alle vier bis neun Jahre
ein Kind.




